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Philosophie

PRIMUM NIHIL NOCERE – DO NO HARM – ZUALLERERST NICHT SCHADEN
Die Osteopathie kann eine sehr positive Wirkung entfalten, wenn sie gewissenhaft ausgeführt wird. Die einzige Kontraindikation für eine osteopathische Behandlung ist ein unaufmerksamer Therapeut. In meiner Arbeit achte und respektiere ich die Bedürfnisse und Grenzen meiner Patienten. Ich behandle meine Patienten, damit es ihnen nachher besser geht. Ein “schlecht” haben wir schon, ein “gut” und “besser” können wir bekommen. Im schlimmsten Fall bleibt der Zustand unverändert. Dann überlege ich mit Ihnen, welche andere Therapieform eine Besserung erzielen könnte.

KEINE SORGE. SELBSTFÜRSORGE.
Für einen achtsamen Umgang mit Anderen muss ich erst einmal für mich selber Sorge tragen und meine persönlichen Bedürfnisse und Grenzen achten und respektieren. Jeder kennt die Sicherheitshinweise im Flugzeug: Erst sich selber die Sauerstoffmaske aufsetzen, danach den Anderen helfen! Das Gleiche gilt für jede therapeutische Arbeit. Kein Patient profitiert von einem Therapeuten mit Helfersyndrom, der seinen Selbstwert allein daraus zieht, anderen Menschen zu helfen. Kann dieser Therapeut ein wirkliches Interesse an der Beschwerdefreiheit seiner Patienten haben? Ich möchte keine Abhängigkeiten erzeugen, sondern mit meinem Tun das Leben leichter machen: Weniger bis gar keine Schmerzen, weniger bis gar keine Schmerzmittel, erholsamerer Schlaf, ein wohligeres Körpergefühl, verbesserte Wundheilung, gesteigerte Beweglichkeit usw.
Es ist nichts gegen regelmäßige Behandlungen einzuwenden, gerade bei älteren Menschen oder schwereren Erkrankungen. Das Ziel ist aber immer das bestmögliche Ergebnis und zum Abschied wünsche ich uns ein nicht so baldiges Wiedersehen.

SCHMERZ IST UNVERMEIDBAR. LEIDEN IST OPTIONAL.
Als Osteopathin zähle ich mich zu den Optimisten unter den Medizinern und gehe davon aus, dass der Körper grundsätzlich das Bestreben und alle Voraussetzungen in sich hat, gesund zu sein. Mein Berufsethos lässt mich nicht an unheilbare Krankheiten glauben oder daran, dass man mit Schmerzen leben muss. Ja, es gibt kein Leben ohne Tod und keine Gesundheit ohne Krankheit. Mir kommt es aber auf die Schattierungen dazwischen an und all die Möglichkeiten, es leichter und damit besser machen zu können.
Wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass Gesundheit möglich ist, bräuchte ich am Morgen gar nicht in meine Praxis gehen. In aller Regel wird der Patient nämlich die Prognose seines Therapeuten erfüllen. Ich arbeite also gerne “ergebnisoffen”, wie es in der Politik so schön heißt. Das bedeutet aber nicht, dass am Ende nichts dabei herauskommt oder ich mich nicht entscheiden will. Ganz im Gegenteil soll das bestmögliche Ergebnis erzielt werden, gerade weil wir weder den Weg dahin noch das Ziel dadurch limitieren, dass wir von vornherein Möglichkeiten ausschließen.

NUR DU ALLEINE KANNST ES SCHAFFEN. ABER ALLEINE SCHAFFST DU ES NICHT.
Dieser Spruch stand auf einer Wand im Treppenhaus der psychosomatischen Klinik, in der ich nach meinem Abitur hospitiert habe. Er wird vor allem in der Suchttherapie oder in Selbsthilfegruppen verwendet, aber ich finde ihn für jede Art von Therapie passend. Auch der kompetenteste, einfühlsamste Therapeut verbessert immer nur die Bedingungen, damit Heilung im Patienten geschehen kann. Er leistet damit Hilfe zur Selbsthilfe, die dann zu Selbstheilung führt. Die ist immer verbunden mit Hinwendung zu sich selbst und dem Gespür dafür, was gut tut und was schadet. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, Ihnen zu sagen, was Sie zu tun und zu lassen haben. Ich spreche höchstens Empfehlungen aus, die meines Wissens sinnvoll sein könnten, um Ihre Beschwerden zu lindern. Sie überprüfen dann, ob das für Sie stimmig ist und den gewünschten Effekt hat. Wenn nicht, lassen Sie es bitte bleiben. Gut ist, was gut tut. Das kann jeder nur für sich selbst herausfinden.

WENIGER IST MEHR. MEHR ODER WENIGER.
Es braucht oft nur wenig, um viel zu erreichen. Häufig ist es sogar hilfreicher, einfach nur etwas wegzulassen. Und manchmal müssen wir es auch einfach mal sein lassen. Für meine Arbeit bedeutet das, in einer Behandlung so viele Reize zu setzen wie nötig, aber so wenig wie möglich. Gleiches gilt für die Anzahl der Termine. Begleitende Therapien sollten ausgewählt und effektiv sein. Und bei allem, was wir selbst für uns tun können, bin ich ein großer Freund von Einfachheit: Ausreichend trinken, genug schlafen, an der frischen Luft bewegen, in Ruhe essen, gut kauen, sich mit lieben Menschen umgeben, nein sagen lernen… Das alles sind menschliche Grundbedürfnisse und Verhaltensweisen, die für unser Wohlergehen wichtig und ohne großen Aufwand zu erfüllen sind.